ASB stellt neuen Baby-NAW in Dienst: Mit hochmodernen Intensiv-Brutkasten

Wiesbadener Kurier vom 08.03.2010
(kpr). Dem Baby geht es schon kurz nach seiner Geburt im St.Josefs-Hospital (JoHo) nicht gut. Die Kleine leidet an Luftnot, da bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge gelangte. Die Ärzte reagieren umgehend. Da dem JoHo wie vielen anderen Krankenhäusern keine Kinderklinik angegliedert ist, rät man den Eltern, ihren Nachwuchs in die Dr.Horst-Schmidt-Klinik zu verlegen. Dort gibt es eine Kinderklinik, deren Fachpersonal sich optimal um das Neugeborene kümmern kann. Mutter und Vater sind besorgt. Wie kommt ihr Baby unversehrt in die Dr.Horst-Schmidt-Klinik?
Sicherer und bequemer
Der ASB-Ortsverband Wiesbaden lehnt den Transport in einem regulären Rettungswagen schon seit Jahrzehnten ab. Früh- und Neugeborene werden stattdessen im Baby-Notarztwagen, kurz Baby-NAW, transportiert. "Das besondere `Transportgut´ braucht auch ein besonderes Fahrzeug", erklärt Achim Reinhold, Vorsitzender des ASB. Der Baby-NAW ist beispielsweise speziell gefedert, um Stöße durch unebene Fahrbahnen vom Neu- oder Frühgeborenen fernzuhalten. Der Transport wird dadurch sicherer und für das Kleine bequemer.
Der ASB Wiesbaden bekommt am Donnerstag, 11. März, offiziell einen neuen Baby-Notarztwagen. Er ersetzt das bisherige Fahrzeug, Baujahr 1997, das im Schnitt jedes Jahr 200 Mal ausrückte. Der Baby-Notarztwagen des ASB Wiesbaden ist nicht nur in der Landeshauptstadt im Einsatz, sondern auch im Rheingau-Taunus-Kreis, im Landkreis Limburg-Weilburg, in Diez und Nastätten
Bei 90 Prozent aller Einsätze handelt es sich um Verlegungsfahrten von der Geburtsklinik in die Kinderklinik der Dr. Horst-Schmidt-Klinik. "In fünf Prozent der Fälle geht es um eine Verlegung in eine Spezialklinik, zum Beispiel in Kinderkardiologische oder Kinderchirurgische Zentren in Frankfurt, Gießen oder Mainz", erläutert Bernd Kindervater, Sachbearbeiter im Bereich Rettungsdienst beim ASB. Er koordiniert die Einsätze des Baby-NAW und sitzt auch manchmal selbst hinter dem Steuer. Laut ihm führen weitere fünf Prozent der Einsätze den ASB in private Wohnungen, in denen ein Kind zur Welt kam und nun zu Untersuchungen ins Krankenhaus muss.
Bei jeder Fahrt sind vom ASB ein Rettungsassistent und ein Rettungssanitäter dabei, darüber hinaus ein Arzt und eine Pflegefachkraft der HSK. Der neue Baby-NAW ist nicht auf einem Kleinbus aufgebaut, sondern auf einem Mercedes Benz Sprinter. Der Sprinter ist größer als der Kleinbus, so dass die Besatzung nun den kleinen Patienten nicht mehr gebückt versorgen muss. "Das Fahrzeug ist mit einem neuen Inkubator ausgestattet", berichtet Kindervater. Hierbei handelt es sich um einen fahrbaren Brutkasten zum optimalen Transport der Kleinen. Arzt und Pflegefachkraft sitzen direkt vor dem Inkubator. Ein Überwachungsmonitor zeigt ihnen bis zum Ziel automatisch die EKG-Werte an.
Ist der Baby-Notarztwagen mit Blaulicht unterwegs, stresst das weder das Früh- oder Neugeborene, noch die Besatzung. Denn die akustische Warnanlage ist nicht wie bei Rettungsfahrzeugen üblich auf dem Dach, sondern im Kühlergrill installiert. Das neue Fahrzeug und seine Ausstattung haben laut Reinhold rund 200 000 Euro gekostet. Die Sparkassen in Hessen unterstützten den ASB mit 50 000 Euro aus Zweckertragsmitteln des PS-Los-Sparens. Die Krankenkassen geben verteilt auf zehn Jahre 80 000 Euro.
Damit ist der Neuwagen noch nicht komplett bezahlt. "Es gibt eine Finanzierungslücke von 70 000 Euro, die vom ASB zu decken ist", sagt der Vorsitzende. Der Ortsverband muss auch für die Betriebskosten des Fahrzeugs aufkommen. In der Vergangenheit ist das dank der Spenden von Mitgliedern und Freunden möglich gewesen. Um nun den Neuwagen bezahlen zu können, bittet der ASB weitere Bürger und Firmen um Unterstützung. Spenden unter dem Stichwort "Baby-Notarztwagen" auf das Konto 100 036 878 bei der Naspa, Bankleitzahl 510 500 15.

