Der ASB hat die besten Chancen!
Wiesbadener-Tagblatt vom 02.07.2010 von Thorsten Stötzer
Der Arbeiter Samariter Bund hat beste Chancen, ab August 2011 die Kindergärten der Gemeinde Schlangenbad in Georgenborn, Hausen vor der Höhe und Bärstadt zu betreiben. Mit sehr großer Mehrheit beschlossen die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung, entsprechende Verhandlungen mit dem ASB aufzunehmen.
Insgesamt hatten sich vier Institutionen um die Übernahme der Kitas beworben. Nachdem die Gemeinde zunächst mit dem ASB, der AWO und der Interessengemeinschaft für Behinderte (IfB) in Kontakt stand, kam ein Angebot des Internationalen Bundes dazu. Letztlich fiel die Entscheidung zwischen ASB und IFB, die bereits in Georgenborn vertreten ist.
Alle Wettbewerber seien in der Lage, Kitas zu führen, sagte Petra Iflinger (CDU). Kindgerechte Raumausstattung, ständige Fortbildung des Personals, altersgemischte Spielangebote, Elternarbeit oder Wochenendbetreuung nannte sie als Stärken des ASB. „Die Qualität kann nicht nur gehalten, sondern absolut gesteigert werden“, war sich Hagen Faust von Seiten der SPD sicher.
Was Kosten-Einsparungen angehe, dürfe aber „kein riesiger Reibach erwartet“ werden. Immerhin sind die Landeszuschüsse für Kindergärten höher, wenn sie an freie Träger übergehen. Die Gespräche mit dem ASB sollen das Ziel haben, einen Vertrag über fünf Jahre zu schließen mit der Option einer Kündigung nach mindestens drei Jahren.
Weiter sieht der Beschluss vor, dass eine Arbeitsgruppe einen Vertragsentwurf ausarbeitet. Diesem Gremium sollen der ASB, die Verwaltung, die übergeordnete Leiterin der Schlangenbader Kitas sowie Elternvertreter angehören. Was den Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales angeht, so wurde schon entschieden, dass aus seinen Reihen Iflinger und Robert Hirschmann (SPD) mitwirken sollen.
Joachim Friedrich (Grüne) beantragte, dass der Personalrat in der Arbeitsgruppe repräsentiert sein solle. Auch Faust hatte zuvor davon gesprochen, dass bei den Erzieherinnen noch „Verunsicherung“ und „Ängste“ zu spüren seien. Der Antrag scheiterte an der Ablehnung der CDU. Allgemein betonten die Parlamentarier jedoch, wie zielführend und einträchtig das Thema über Jahre verfolgt worden sei. Rupert Germaschewski (CDU) sah in dem Prozess einen Beleg, dass Arbeit über Parteigrenzen hinweg in Schlangenbad funktionieren könne. Stefan Münzer (FDP) stimmte alleine gegen die Pläne. „Weder finanziell noch qualitativ“ bringe die Übertragung Vorteile und erfordere später ständige Kontrolle.

