Hilfsbereites Naturell

WIESBADEN. Für Hilfsbedürftige und Schwache da zu sein, ihnen beizustehen und sie zu unterstützen, ist Dr. Achim Reinhold wichtig. „Das ist mein Naturell“, meint er. Für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement im ASB Wiesbaden hat Reinhold jetzt von Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht bekommen. „Eigentlich müsste man ihnen drei Bundesverdienstkreuze verleihen“, scherzte der CDU-Politiker mit Blick auf Reinholds Vita. Der heute 54-Jährige wurde in Offenbach geboren. 1966 zog er mit seiner Familie nach Wiesbaden, wo er sich sofort wohlfühlte. Reinhold sieht sich selbst als Wiesbadener oder besser gesagt als Biebricher. Nach dem Abitur studierte er in Mainz Volkswirtschaft und arbeitet seit 1981 beim ZDF im Rechnungswesen, seit 2000 als Leiter dieser Abteilung.
Im ASB wurde Reinhold 1974 Mitglied. Zehn Jahre war er im Katastrophenschutz tätig, zuletzt als Fachdienstleiter. 1982 wurde er als Beisitzer in den Vorstand des ASB Wiesbaden gewählt, 1986 als Schatzmeister. Seit 1990 ist er Vorsitzender. Jedes Jahr leistet er rund 800 Stunden ehrenamtliche Arbeit für den ASB Wiesbaden. Khaled Sras, stellvertretender Vorsitzender, weiß von Vorstandsitzungen zu berichten, die bis weit nach Mitternacht gingen. Nicht einmal habe Reinhold dabei auf die Uhr gesehen. Auch das zeige, welche Bedeutung der ASB für ihn habe. Sein Name und der der Hilfsorganisation seien unzertrennbar. Der Vereinschef habe den ASB mit vielen eigenen Ideen vorangebracht, sich aber auch stets für die Vorschläge anderer offen gezeigt. „Achim Reinhold kam zu schweren Zeiten in den Vorstand“, erinnerte Sras. Der Ortsverband schrieb rote Zahlen. Als gelernter Volkswirt war Reinhold genau der Richtige dafür, die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. „Dabei paarte er finanzwirtschaftliches Wissen mit sozialem Engagement“, loben viele im ASB. Bis heute sei der ASB Wiesbaden solide geführt.
Ein großes Projekt unter Reinholds Regie war 1997 der Umzug des Ortsverbandes in die Bierstadter Straße 49. Hier hatte der ASB endlich genug Platz. Wichtig war und ist Reinhold die Unterstützung anderer Samariterorganisationen. So setzte er sich nach dem Mauerfall in Wiesbadens Partnerstadt Görlitz (Sachsen) für die Wiedergründung des ASB ein, der zu DDR-Zeiten verboten war. Bis heute gibt es Kontakte.
Eine Abordnung aus Görlitz reiste zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes sogar extra nach Wiesbaden. Renate Schwarze nutzte die Gelegenheit, im Namen der Sachsen Dank zu sagen und darauf hinzuweisen, dass es mittlerweile zwischen ASB-Mitgliedern aus Görlitz und Wiesbaden tiefe Freundschaften gibt. Reinhold setzte sich in den vergangenen Jahren nicht nur für die Unterstützung des ASB Görlitz, sondern auch die Samariter in Kaunas (Litauen) ein. Diese Partnerschaft existiert seit 1999.
Seit 2002 ist Reinhold der oberster Repräsentant des ASB in der Region Wiesbaden-Rheingau-Taunus. „Einige Jahre war ich zudem im Landesvorstand des ASB Hessen.“ Wolfgang Brennfleck, bis vor wenigen Tagen Vorsitzender auf Landesebene, bedankte sich für die Zusammenarbeit. Zugleich lobte er Reinholds Arbeit in Wiesbaden. „Der ASB hat einen guten Namen. Dr. Reinhold trägt dazu bei, dass es so bleibt.“ Im Bundesverdienstkreuz sieht der Vorsitzende des Ortsverbandes nicht nur eine Auszeichnung für sich selbst, sondern auch eine Wertschätzung des ASB insgesamt. Um diesen voranzubringen habe er immer auf Teamarbeit gesetzt. Denn Erfolge seien nicht das Ergebnis der Arbeit eines Einzelnen. Immer bedürfe es engagierter Mitstreiter.


