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Auch im Wasser ist der ASB aktiv

RETTUNGSDIENST Zahl der Badeunfälle nimmt zu / Wiesbadener Teams an den Küsten im Einsatz

Wiesbadener Kurier, 05.01.2011 - WIESBADEN

Von Anja Baumgart-Pietsch



Beim Stichwort „Wasserrettung“ fällt einem auf Anhieb nicht der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ein. Doch eigentlich, so erklärt Bernd Schwalm, Fachdienstleiter der Region Wiesbaden/Rheingau-Taunus, war die Hilfsorganisation die erste, die einen speziellen Wasserrettungsdienst im Angebot hatte.

Die Gründung des ASB selbst geht auf einen tragischen Unfall im November 1884 in Berlin zurück. Drei Zimmerleute wurden damals tödlich verletzt. Es gab zu wenige Menschen, die fachgerecht sofort helfen konnten. So ergriffen sechs Zimmerleute die Initiative und gründeten den Arbeiter-Samariter-Bund in Berlin. Schwerpunkt ihrer Arbeit war zunächst die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe. Bei vielen Festen der Arbeiterbewegung, die vornehmlich am Wasser der Ausflugsgebiete stattfanden, wurde Hilfe geleistet. Nachdem es dabei vermehrt zu Unfällen am und im Wasser kam, begleiten die Samariter mit zwei Lazarettzelten fortan derartige Veranstaltungen. Ein großes Sängerfest am 5. August 1900 am Weißen See endete tragisch. Zwei Ruderboote kenterten, acht Menschen rangen um ihr Leben. Fünf der Opfer konnten von den Samaritern gerettet werden. Dieser Tag gilt als Beginn des organisierten Wasserrettungsdienstes im ASB.

1933 wurde der ASB von den Nationalsozialisten verboten. Der Berliner ASB erhielt erst 1950 seine Lizenz zur Wiedergründung. Seine Arbeit auf dem Gebiet der DDR blieb allerdings bis zur Wende verboten. Seit der Wende bekommt die Wasserrettung in diesem Verband wieder stärkeren Auftrieb, so dass sich immer mehr Gruppen (wieder)-gründen: so auch in Wiesbaden, wo seit nunmehr fünf Jahren eine wachsende Gruppe unter der Leitung von Bernd Schwalm aktiv ist.

Jubiläum gefeiert

Gerade wurde das kleine Jubiläum gefeiert. Neben dem Deutschen Roten Kreuz und der DLRG kümmern sich also auch Männer und Frauen vom ASB um Notfälle im und am Wasser - und vor allem um die Prävention, berichtet Bernd Schwalm. Es sei eine Tatsache, dass immer weniger Menschen und vor allem Kinder richtig schwimmen können. Daher bietet der ASB Schwimmkurse an, aber bildet auch Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer aus, damit diese im Notfall wirkungsvoll helfen können.

Angesichts einer zunehmenden Zahl von Badeunfällen reisen Retter aus Wiesbaden auch an die Küsten, um dort Dienst zu machen. Auch bei Sportereignissen wie der Kieler Woche oder demnächst wieder der großen Boot-Ausstellung in Düsseldorf sind Wiesbadener Wasserretter mit vertreten. Die ASB-Abteilung wächst und hat vor, am Rhein in den Wasserrettungsdienst mit einzusteigen: „Vielleicht mit einem Zelt, das wir am Wochenende am Ufer aufbauen“, sagt Schwalm. Die Anschaffung eines Rettungsbootes ist noch in der Planung.

Auch neue Kurskonzepte hat der ASB im Angebot: Für Wassersportler sollen demnächst Lehrgänge zur „Sicherheit an Bord“ stattfinden. „Dabei zeigen wir auch Erste Hilfe, den Umgang mit Feuer und Lecks an Bord und andere Präventivmaßnahmen“, so Schwalm. Außerdem möchte man in Taunusstein eine Jugendgruppe neu ins Leben rufen.

Teilnahme an Meisterschaft

Viele Pläne also: und vielleicht sogar eine Anerkennung in Form guten Abschneidens bei der Deutschen Meisterschaft im Rettungsschwimmen, an der ein Wiesbadener Team im Februar in Berlin teilnehmen wird.

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